Haut- und Fellprobleme bei Hunden

Haut- und Fellprobleme bei Hunden

Haut- und Fellprobleme sind bei Hunden keine Seltenheit. Die Haut stellt die äußere Barriere zur Umwelt dar. Sie schützt den Körper gegen Schädigungen von außen und gegen das Eindringen von Krankheitserregern wie Bakterien oder Viren. Außerdem ist sie ein wesentliches Sinnesorgan und erfüllt wichtige Aufgaben bei der Regulation von Wärme- und Wasserhaushalt. Auch die sogenannten Anhangsgebilde wie das Fell, Krallen und Drüsen gehören zur Haut.


Die Haut des Hundes

Die Haut, auch Derma genannt, besteht aus drei Schichten:

  • Oberhaut (Epidermis)

  • Lederhaut (Corium oder Dermis)

  • Unterhaut (Subcutis)

Die äußere Schicht bildet die Oberhaut. Sie verfügt über gute Schutz- und Isolationseigenschaften und hat eine pH-Wert, der normalerweise bei 6 liegt. Stress oder falsche Pflege können den pH-Wert erhöhen und die Haut so anfälliger für Krankheitserreger machen. Die Lederhaut heißt so, weil dieser Teil der Haut bei Nutztieren der Lederherstellung dient. Sie ist Träger von Haaren, Talgdrüsen, Pigmenten und auch Haarbalgmuskeln. Hunde haben in der Lederhaut im Gegensatz zu den meisten anderen Tieren kaum Schweißdrüsen. Die dritte Schicht bildet die Unterhaut, welche die Verbindung zum darunter gelegenen Gewebe darstellt. Sie besteht aus lockerem Bindegewebe und das eingespeicherte Fett ist Energiespeicher, Wärmeisolierung und Polsterung zugleich.


Das Fell des Hundes

Bei den Haaren unterscheidet man zwischen dem Deckhaar und dem Flaumhaar. Die nach hinten ausgerichteten Deckhaare bilden die Oberdecke und lassen durch ihre Ausrichtung das Regenwasser nach hinten ablaufen. Die Flaumhaare, auch Unterwolle genannt, bilden eine weiche Unterdecke. Es gibt auch Hunderassen, wie z. B. den Jack Russell Terrier oder Boxer, die praktisch keine Unterwolle haben. 

Hunde können ihr Fell, angepasst an die Jahreszeiten, wechseln. Meist geschieht das 2-mal im Jahr, bei einigen Rassen findet jedoch mittlerweile durch Zuchteinflüsse ein permanenter Haarwechsel statt. Dieser ständige Fellwechsel kann die Haut belasten und so anfälliger für Krankheitserreger machen. Der Fellwechsel wird angeregt durch Veränderungen der Temperatur und der Lichtverhältnisse. Bei Hündinnen kann auch die Läufigkeit eine Rolle spielen.


Wie erkenne ich Haut- und Fellprobleme bei Hunden?

Hat der Hund Haut- und Fellprobleme, kann sich das über verschiedene Symptome äußern. Der Hund kann beispielsweise leiden unter:

  • Schwellungen, Rötungen, Bläschen, Schuppen oder Krusten

  • Hautverdickungen, Geschwüren oder Ekzemen

  • Juckreiz (Kratzen oder häufiges Belecken von Körperstellen)

  • Farbveränderungen der Haut

  • Haarlose Stellen

  • Schlechter Geruch

Solche Veränderungen können wichtige Hinweise auf Stoffwechselstörungen und diverse Erkrankungen liefern.


Welche Ursachen können Haut- und Fellprobleme haben?

Die Dermatitis (Derma = Haut, itis = Entzündung) ist eine Entzündung der Haut, welche sich durch unterschiedliche Symptome wie Juckreiz, Pusteln, Ekzeme, Rötungen oder Schwellungen äußern kann. Die atopische (allergische) Dermatitis stellt eine häufige Erkrankung der Haut bei Hunden dar. Auslöser dafür können sowohl Futtermittel sein, als auch aus der Umwelt stammen wie z. B. Milben, Flohkot oder Gräser. In jedem Fall ist das Immunsystem involviert, welches einen an und für sich harmlosen Stoff als Gefahr einstuft und bekämpft.

Auch ein Pilzbefall kann Symptome wie Juckreiz, Rötungen, Schwellungen oder andere Hautveränderungen auslösen. Einer Pilzerkrankung wird von hochansteckenden Dermatophyten (Pilzsporen) ausgelöst, die auf ein ungesundes Hautmilieu treffen. Das Hautmilieu kann wie oben schon beschrieben durch häufigen Stress, falsche Pflege, Medikamente oder auch eine ungünstige Fütterung aus dem Gleichgewicht geraten sein.

Warzen, die ebenfalls auf eine Unregelmäßigkeit im Organismus hinweisen, werden in den meisten Fällen durch Viren hervorgerufen. Vor allem im Alter können Hunde Warzen bekommen, weil der Stoffwechsel altersbedingt nicht mehr optimal arbeitet.

Erkrankungen der Schilddrüse können sich u. a. auch über die Haut zeigen. Die Haut kann aufgrund der Störung des Stoffwechsels trocken werden und dünn wirken. Es kann zu Haarausfall beim Hund kommen, sowie zu Veränderungen der Hautpigmentierung.

Es gibt noch diverse weitere Krankheitsbilder, welche mit Symptomen an Haut oder Fell einhergehen können, wie z. B. die Erkrankung Morbus Cushing. Morbus Cushing ist eine hormonelle Störung, bei der die Nebennierenrinde vermehrt Cortisol produziert und die beim Hund meist durch einen gutartigen Tumor in der Hirnanhangdrüse verursacht wird. Zeigen sich längerfristige Veränderungen an Haut und/oder Fell, sollte der Hund in jedem Fall dem Tierarzt vorgestellt werden, denn es können durchaus ernsthafte Erkrankungen dahinter stecken.


Wie können Haut- und Fellprobleme diagnostiziert werden?

Auslöser bzw. die Ursachen von Haut- und Fellproblemen auszumachen ist mitunter nicht einfach. Neben den Symptomen, die in eine Richtung weisen können, kann der Tierarzt Blutuntersuchungen durchführen und (z. B. bei Verdacht auf einen Befall mit Pilzen oder Milben) Hautgeschapsel entnehmen und untersuchen. Besteht der Verdacht auf eine allergische Reaktion als Ursache für die Haut- und Fellprobleme beim Hund, muss das Allergen ausgemacht werden, welches die Beschwerden verursacht.


Wie kann man Haut- und Fellprobleme bei Hunden behandeln?

Die Behandlung von Haut- und Fellproblemen richtet sich natürlich nach der jeweiligen Erkrankung. Die häufig vorkommende Dermatitis ist meist eine allergische Erkrankung. Vom Tierarzt werden oft Präparate wie Kortison verordnet, um der Entzündung entgegenzuwirken und die Symptomatik zu lindern. Auch die Reaktion auf einen Milbenbefall oder auf Flohkot kann vom Immunsystem ausgehen, das überreagiert. Neben den Medikamenten, die der Tierarzt empfiehlt, kannst Du als Hundehalter aber noch viel mehr tun, um Deinem Hund zu helfen.

In Untersuchungen zeigten sich enge Verbindungen zwischen der Darmflora und den Faktoren, welche zu einer atopischen Dermatitis führen können. Das heißt, Du kannst die Genesung Deines Hundes unterstützen, indem Du die Ernährung Deines Hundes so gestaltest, dass die Darmflora gut versorgt wird. Dabei spielen beispielsweise Ballaststoffe eine wichtige Rolle. Wie es um die Darmflora Deines Hundes bestellt ist, kannst Du in einer Kotuntersuchung prüfen lassen. Weitere Informationen zur Darmflora und Verdauung bei Hunden findest Du HIER.

Auch bei einer Dermatitis kann eine Allergie auf Nahrungsmittel bestehen. Um herauszufinden, auf welche Nahrungsmittel Dein Hund allergisch reagiert, solltest Du eine Ausschlussdiät durchführen. Diese ist nach wie vor der sicherste Weg, um Allergene zu identifizieren. Wenn Du herausgefunden hast, auf welche Nahrungsmittel Dein Hund allergisch reagiert, solltest Du diese Nahrungsmittel meiden. Was Du sonst noch über Allergien wissen solltest, kannst Du HIER nachlesen.

Auch für Haut und Fell ist eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen sehr wichtig. Neben den erwähnten Ballaststoffen spielen noch weitere Nährstoffe eine tragende Rolle für die Gesundheit von Haut und Fell.


Welche Rolle spielt die Ernährung bei Haut- und Fellproblemen?

Damit die Haut ihre wichtige Schutzaufgabe erfüllen kann, benötigt sie eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen. Einige Nährstoffe sind besonders wichtig, um Haut- und Fellproblemen vorzubeugen.

Vitamin A

Vitamin A spielt eine entscheidende Rolle bei den Funktionen und dem Aufbau der Haut, man nennt es daher auch das Epithelschutzvitamin (Epithel = Gewebeart). Ein Mangel an Vitamin A kann sich in Fellproblemen oder auch Bindehautentzündungen äußern. Da Vitamin A zu den fettlöslichen Vitaminen zählt, wird es, wie alle Vitamine dieser Gruppe, im Körper gespeichert. Vor allem tierische Nahrungsmittel wie Eigelb, Leber und auch Lebertran enthalten sehr viel Vitamin A. Außerdem können Hunde, wie auch wir Menschen, Vitamin A aus Betacarotin bilden, deshalb sagt man zu Betacarotin auch Provitamin A. Pflanzliche Nahrungsmittel wie Karotten oder auch Spinat enthalten viel Betacarotin.

B-Vitamine

Die B-Vitamine werden u. a. für den Hautstoffwechsel benötigt. Daher können sich Mangelerscheinungen von B-Vitaminen in Hauterkrankungen äußern. Wenn es zu verstärktem Haarausfall, Hautveränderungen, verfrühtem Ergrauen der Haare oder sogar Dermatosen (Erkrankungen der Haut oder ihrer Anhangsorgane) kommt, kann ein Mangel an B-Vitaminen dahinter stecken. Das Vitamin B12 ist fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln wie Leber enthalten. Deshalb muss bei einer vegetarischen Fütterung ganz besonders auf die Vitamin B12 Versorgung geachtet werden. Hunde, die an einer Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse leiden, können ebenfalls einen Vitamin B12-Mangel entwickeln.

Biotin (Vitamin B7)

Biotin wird auch als Schönheitsvitamin bezeichnet, weil es ein unverzichtbarer Nährstoff für die Haut ist. Es wird benötigt, um Keratin zu bilden. Keratine sind Proteine und bilden die Grundsubstanz für Haut, Haare und Krallen. Mangelt es an Keratin, kann sich dies durch glanzloses, trockenes, sprödes Fell, Haarausfall und Schuppenbildung zeigen. Auch Juckreiz, frühes Ergrauen oder Hautverdickungen können ein Hinweis sein, dass es an Biotin mangelt. Da Biotin auch im Darm von Mikroorganismen gebildet wird, kann eine gestörte Darmflora ebenfalls einen Mangel an Biotin begünstigen. Eigelb enthält einen hohen Anteil von dem B-Vitamin, rohe Eier eignen sich jedoch eher nicht zur Versorgung mit Biotin. Das im Eiklar enthaltene Avidin kann Biotin nämlich binden und so für den Organismus unverfügbar machen.

Zink

Das Spurenelement Zink ist unentbehrlich für das Zellwachstum und wichtig für die Wundheilung. Ein Mangel kann in erster Linie Störungen an Haut und Haaren hervorrufen. Rissige Haut, Haarausfall oder auch Farbverlust des Fells sind typische Symptome für einen Zinkmangel. Da der Zinkbedarf über die Ernährung nur schwer abzudecken ist, kommt es relativ häufig zu Zinkmangel. Besonders bei älteren Hunden ist es wichtig, auf die Versorgung zu achten.

Essenzielle Fettsäuren

Auch die essenziellen ungesättigten Fettsäuren Omega-3 und Omega-6 sind sehr wichtig für die Haut und das Fell. Raues, stumpfes und trockenes Fell, Haarausfall, Infektionen der Haut oder auch schlechte Wundheilung können Indikatoren für einen Mangel an essenziellen Fettsäuren sein. Besonders die Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für die Hemmung von Entzündungen, spielen also auch bei der Therapie von Haut- und Fellproblemen eine tragende Rolle. Einen hohen Anteil Omega-3-Fettsäuren enthalten beispielsweise Leinsamen oder Leinsamenöl. Borretschöl, Distelöl oder auch Hanföl enthalten einen hohen Anteil der Omega-6-Fettsäure Linol, welche die Hautbarriere unterstützt und die Haut vor Trockenheit schützt.

Jod

Das Spurenelement Jod ist ein wichtiger Faktor für die gesunde Funktion der Schilddrüse. Diese beeinflusst den gesamten Stoffwechsel und so auch den Hautstoffwechsel. Trockene Haut kann ein Symptom für eine Fehlfunktion der Schilddrüse (z. B. aufgrund von Jodmangel) sein. Ein Jodmangel ist auch bei Hunden nicht selten, da Fertigfutter Untersuchungen zufolge zu wenig Jod enthalten kann.


Wie kann man Haut- und Fellproblemen bei Hunden vorbeugen?

Auf und in der Haut Deines Hundes leben unzählige Mikroorganismen, die das Milieu im Gleichgewicht halten. Äußere Einflüsse wie falsche Pflege durch häufiges Waschen, Verwenden von ungeeigneten Pflegemitteln, Anwendung von chemischen Mitteln oder auch Stress können dieses Milieu aus dem Gleichgewicht bringen. Ist dieses Milieu nicht mehr im Gleichgewicht, haben Krankheitserreger wie Pilze, Bakterien oder Viren leichtes Spiel und können sich auf der Haut ungebremst vermehren. Du solltest daher auf eine angemessene Pflege und Behandlung achten. Die gesunde Hundehaut reinigt sich weitgehend selber und Dein Hund benötigt eigentlich nur bei stärkerer äußerer Verschmutzung ein Bad. Ist das der Fall, solltest Du immer ein geeignetes Hundeshampoo oder eine Hundeseife nutzen. Chemische Mittel wie Antiparasitika zum Aufträufeln können das Hautmilieu bei häufigem Gebrauch ebenfalls irritieren. Es gibt auch weniger aggressive Mittel wie B-Vitamine oder Kokosöl, um Deinen Hund vor Parasiten zu schützen, die Du ausprobieren kannst.

Sowohl um gegen Hauterkrankungen vorzubeugen als auch um Deinen Hund während einer Erkrankung zu unterstützen, solltest Du darauf achten, dass besonders die weiter oben genannten Nährstoffe in ausreichender Menge im Futter Deines Hundes enthalten sind. Wichtig ist außerdem eine gesunde und ausgewogene Darmflora, damit das Immunsystem Deines Hundes bestmöglich aufgestellt ist. Bei der Pflege von Haut und Fell solltest Du es nicht übertreiben und auf die richtigen Pflegeutensilien achten. Auch die falsche Bürste oder Kamm können sich negativ auf die Gesundheit von Haut und Fell auswirken. Da Stress sich ebenfalls negativ auswirken kann, solltest Du den Tagesablauf Deines Hundes möglichst stressarm und ausgewogen gestalten. Weitere Tipps zur Stressvermeidung findest Du HIER.

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