Entzündungen bei Hunden

Entzündungen bei Hunden

Die Entzündung ist eine Reaktion auf eine Zell- oder Gewebeschädigung. Sie ist ein Vorgang der unspezifischen Abwehr und hat die Aufgabe, den schädigenden Einfluss auszuschalten und das geschädigte Gewebe zu reparieren. Grundsätzlich ist also nicht die Entzündung das Problem, sondern der Auslöser der Entzündung. Hat die Bezeichnung einer Erkrankung die Silbe itis am Ende, so ist dies ein Hinweis darauf, dass eine Entzündung vorliegt. Die Gastritis als Beispiel ist eine Entzündung der Magenschleimhaut (Gaster = Magen), die Dermatitis eine entzündliche Hauterkrankung (Derma = Haut) und die Myokarditis (Myokard = Herzmuskel) eine Herzmuskelentzündung. Zu den chronisch entzündlichen Erkrankungen zählen beispielsweise Allergien, rheumatische Erkrankungen oder auch Magen-Darm-Erkrankungen wie die IBD (Inflammatory Bowel Disease).


Wie erkenne ich Entzündungen bei Hunden?

Eine Entzündung kann sich auf verschiedene Arten bemerkbar machen. Typische Symptome für Entzündungen bei Hunden sind:

  • Rötungen

  • Hitze oder Wärme an den betroffenen Körperregionen oder auch Fieber

  • Schmerz

  • Schwellungen

  • Einschränkung der Bewegung

  • Auch Schwäche oder Schlappheit

Entzündungen können sowohl akut und plötzlich auftreten, als auch langsam und schleichend. Zudem kann es auch zu einem Auf- und Abschwellen der Entzündungssymptome bei einem chronischen Verlauf kommen. Ein Entzündungsgeschehen kann sich je nach Ursache nur lokal zeigen oder den gesamten Körper betreffen.

Ein gutes Beispiel für eine Entzündung als Abwehrreaktion ist es, wenn der Hund sich einen Stachel in die Pfote getreten hat und die Stelle rot wird und anschwillt. Der Körper bemüht sich, den Fremdkörper wieder loszuwerden. Er bildet Eiter in der Wunde, um den Fremdkörper wieder nach außen zu transportieren.

Auch Durchfall oder Erbrechen können Symptom einer Entzündung sein. So kommt es bei einer Gastritis, also einer Entzündung der Magenschleimhaut, häufig zu Erbrechen. Bei einer Kolitis, die eine Entzündung des Dickdarms darstellt, leidet der Hund u. a. an Durchfall.


Welche Ursachen können Entzündungen haben?

Wie du weiter oben schon gelesen hast, ist eine Entzündung eine Abwehrreaktion des Körpers. Der Körper reagiert mit der Entzündung auf potenziell gefährliche Eindringlinge wie z. B. Fremdkörper oder auch Mikroorganismen wie Bakterien. Die Entzündung ist also eine Immunreaktion des Körpers. An der Abwehrreaktion beteiligt sind bestimmte Zellen, Antikörper und sogenannte Entzündungsmediatoren. Als Entzündungsmediatoren bezeichnet man Stoffe im Körper, die die Entzündung auslösen oder aufrechterhalten wie Histamin, Prostaglanide oder auch Zytokine. Histamin spielt z. B. bei allergischen Reaktionen eine große Rolle, denn es aktiviert die Immunzellen.

Die Entzündungsreaktion ist ein sehr komplexer Prozess und kann auf viele verschiedene Reize entstehen. Man kann dabei verschiedene Auslösergruppen unterscheiden:

  • mechanische Reize wie z. B. Verletzung oder Fremdkörper

  • chemische oder physikalische Reize wie z. B. Säuren oder Giftstoffe, Strahlen, Hitze oder Kälte

  • Allergene

  • Mikroorganismen, also Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten

  • vom Körper ausgehende Reize wie z. B. Zerfall von Zellen bei malignen Tumoren oder auch Autoimmunerkrankungen

Die Reaktion richtet sich nach dem Reiz, dem Ausmaß und auch dem betroffenen Organ. Das Abwehrsystem erkennt die unterschiedlichen Auslöser und gibt verschiedene Botenstoffe ab, um die Entzündung auszulösen. Nun werden verschiedene Abwehrreaktionen in Gang gesetzt, je nach Organ oder Körperteil. Es kommt zu Rötungen, Schwellungen, Schmerzen oder auch Fieber.


Welche verschiedenen Formen von Entzündungen gibt es?

Man kann Entzündungen aufgrund ihrer Komplexität nach verschiedenen Kriterien differenzieren. Zunächst kann man Entzündungen nach ihrem zeitlichen Verlauf bzw. Auftreten unterscheiden:

  • die perakute oder auch hyperakute Entzündung ist eine sehr schnell auftretende und sehr schwere Entzündung

  • die akute Entzündung bedeutet das plötzliche Auftreten einer Entzündung

  • die subakute Entzündung meint eine schleichende oder auch mäßig schnell auftretende Entzündung

  • die chronische Entzündung ist eine dauerhafte Entzündung bei der das Immunsystem dauerhaft aktiviert bleibt

  • bei der rezidivierenden Entzündung kommt es zu phasenweise wiederkehrender Entzündung

Außerdem kann man auch nach den Formen bzw. Auswirkungen unterscheiden:

  • seriöse Entzündungen = einfachste Form der akuten Entzündung, betrifft vor allem Schleimhäute und Haut

  • eitrige Entzündungen = Eiterbildung am Ort der Entzündung, vor allem verursacht durch bestimmte Bakterien und einige Pilze

  • proliferative (wuchernde) Entzündungen = kennzeichnen häufig chronische Entzündungen, es kommt zu einer überschießenden Gewebeneubildung, bei der gutartige Wucherungen entstehen, die beim abheilen der Wunde vernarben. Die entstehende Fibromatose bezeichnet eine gutartige Wucherung des Bindegewebes.

  • granulomatöse Entzündungen = Form der chronischen Entzündung, bei der Knötchen (Granulome) gebildet werden

  • ulzerierende Entzündungen = Entzündungen, bei denen sich das Gewebe auflöst, wodurch Defekte z. B. an den Schleimhäuten entstehen


Wie kann man Entzündungen bei Hunden behandeln?

Da es so viele verschiedene Formen und Auswirkungen von Entzündungen gibt, muss eine Behandlung individuell unterschiedlich erfolgen. In vielen Fällen ist eine Schonung des akut entzündeten Organs oder Körperteils sehr sinnvoll. So solltest Du Deinen Hund bei einer akuten Entzündung der Magen- oder auch Darmschleimhaut vorübergehend mit einer Schonkost füttern. Hat der Hund eine akute Entzündung des Bewegungsapparates wie z. B. eine Gelenk Arthritis, sollte das betroffende Gelenk geschont werden.

Je nachdem, unter welcher Entzündung Dein Hund leidet, wird der Tierarzt Deinem Hund ein Medikament verordnen. Bei bakteriellen Entzündungen kommen meistens Antibiotika zum Einsatz. Bei anderen Entzündungen wie Gelenksentzündungen oder auch allergischen Reaktionen wird Dein Tierarzt vielleicht Glukokortikoide bzw. Kortison empfehlen. Auch nicht-steroidale (ohne Kortison) Medikamente können zum Einsatz kommen, wie z. B. Medikamente mit dem Wirkstoff Carprofen, welcher entzündungshemmend und auch schmerzstillend wirkt aufgrund seiner Fähigkeit, Prostaglanide zu hemmen. Prostaglanide gehören, wie Du weiter oben schon gelesen hast, zu den Entzündungsmediatoren.

Allerdings haben Medikamente, wie Du weißt immer auch Nebenwirkungen. Es gibt auch natürliche Stoffe in Nahrungsmitteln, die sich z. B. hemmend auf die Synthese von Prostaglaniden bzw. Entzündungen auswirken können.

In mehreren Untersuchungen wurde gezeigt, dass die Wirkstoffe im Ingwer die im Körper vorhandenen Enzyme, welche für Entzündungsvorgänge verantwortlich sind, hemmen können. So auch die Prostaglanide, welche eine Rolle bei Erkrankungen wie Rheuma, Arthrose, Asthma oder auch Allergien spielen. Verantwortlich dafür sollen vor allem drei Stoffe sein, die der Ingwer enthält: Gingerol, Shogaol und Paradol. Die Wirkung ist bei getrocknetem Ingwer größer als bei frischem.

Auch seinem Verwandten Kurkuma (wird auch gelber Ingwer genannt) wurden ähnliche Wirkungen nachgewiesen. So kann sich Kurkuma u. a. hemmend auf proinflammatorische Zytokine und auch auf Prostaglanide auswirken.

Die Darmbakterien spielen bei der Ausprägung von Entzündungen ebenfalls eine wichtige Rolle. Einige Bakterien bilden Stoffe, welche Entzündungen hemmen können, andere wiederum Stoffe, die Entzündungen fördern können. Eine erhöhte Entzündungsbereitschaft des Körpers kann u. a. auch auf eine Dysbakterie zurückzuführen sein. Um dieser entgegenzuwirken und damit die Bildung von entzündungshemmenden Bakterien im Darm zu stärken, kann auch die Förderung guter Darmbakterien sinnvoll sein. Ob das bei Deinem Hund der Fall sein könnte, solltest Du mit Deinem Tierarzt absprechen.

Die Pflanze Echinacea zählt zur Familie der Korbblütler und ist für ihre immunmodulierende Wirkung bekannt. Vor allem der enthaltene Wirkstoff Echinacosid soll antibiotische, entzündungshemmende und immunstimulierende Wirkungen haben. Bei Hunden wird Echinacea vor allem bei Atemwegsinfekten angewendet aufgrund der entzündungshemmenden, antibakteriellen und auch antiviralen Wirkungen.


Wie kann man Entzündungen bei Hunden vorbeugen?

Wie Du nun schon weißt, spielen Entzündungen in der Abwehr von Erkrankungen eine wichtige Rolle. Sie sind eine Abwehrfunktion und haben daher durchaus ihre Daseinsberechtigung. Es ist deshalb nicht unbedingt sinnvoll, grundsätzlich Entzündungen vorbeugen zu wollen. Denn mit einer Entzündung soll dem Körper geholfen werden, Krankheitserreger abzuwehren. Vielmehr sollte im Körper ein gesundes Gleichgewicht herrschen, so dass Entzündungen im Falle einer Bedrohung durch Erreger etc. zwar stattfinden können, jedoch nicht überschießen.

Zum besseren Verständnis, ein paar Beispiele:

Leidet Dein Hund an einer degenerativen Erkrankung, wie z. B. Arthrose, ist es wichtig, Entzündungen entgegenzuwirken, weil diese die Symptome verschlimmern. Ist die Magenschleimhaut aufgrund falscher Ernährung oder häufiger Medikamentengaben angegriffen, können sich Entzündungen bilden (Gastritis). Es ist also wichtig, die Magenschleimhaut zu regenerieren und Entzündungen entgegenzuwirken. Allergien auf Nahrungsmittel beruhen häufig auf einer undicht gewordenen Darmschleimhaut, welche Proteine durchlässt, die nicht ausreichend verdaut wurden. Der Körper stuft diese dann als Feind ein und bekämpft sie mit einer Entzündungsreaktion. Man muss also die Darmschleimhaut regenerieren und die Entzündung reduzieren. Mehr zu Allergien kannst du übrigens HIER nachlesen.


Welche Rolle spielt die Ernährung bei Entzündungen bei Hunden?

Die Ernährung spielt im Bezug auf Entzündungen natürlich eine sehr große Rolle. Zunächst einmal versorgt sie den Organismus mit Nährstoffen, damit er seinen vielen Funktionen nachkommen kann. Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung beugt man vielen Erkrankungen vor, die mit Entzündungen einhergehen können. So ist die ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen wie Calcium oder auch Vitamin D sehr wichtig, um den Bewegungsapparat gesund zu erhalten. Zink spielt eine wichtige Rolle, um die Haut gesund und abwehrfähig zu halten und um degenerativen Alterungsprozessen entgegenzuwirken. Das wären indirekte Wirkungen, um Entzündungen vorzubeugen.

Es gibt aber auch direkte Wirkungen durch die Ernährung, welche sich auf die Entzündungsbereitschaft positiv auswirken können. Die essentiellen Fettsäuren Omega 3 und Omega 6 wirken sich unterschiedlich auf Entzündungen aus. Die Omega-6-Fettsäure gilt eher als Entzündungsverstärker und überwiegt heutzutage häufig in der Ernährung. Besonders die dazu zählende Arachidonsäure, die in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch enthalten ist, sorgt für eine erhöhte Entzündungsbereitschaft. Sie fördert u. a. die Bildung von Prostaglandinen, welche zu den Entzündungsmediatoren zählen. Ein überhöhter Fleischanteil in der Ernährung ist folglich auch für Hunde nicht sinnvoll, besonders wenn sie schon zu entzündlichen Erkrankungen neigen. Tierische Produkte aus artgerechter Tierhaltung enthalten übrigens einen höheren Anteil der Omega-3-Fettsäuren, da diese Tiere mehr Gras fressen.

Die Versorgung mit den entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren kann man außerdem verbessern, indem man den Hund mit entsprechenden Ölen wie Lachsöl, Leinöl oder auch Hanföl versorgt.

Wie weiter oben schon erwähnt, spielen auch die Darmbakterien eine wichtige Rolle bei Entzündungen. Besteht im Darm ein Ungleichgewicht der guten und schlechten Bakterien, wird die Entzündungsbereitschaft erhöht. Viele gute Bakterien bilden nämlich kurzkettige Fettsäuren wie z. B. Butyrat, welche entzündungshemmend wirken und die Darmbarriere (intakte Darmschleimhaut) stärken. Pflanzliche Nahrungsmittel, die präbiotische Ballaststoffe wie Inulin oder resistente Stärke enthalten, fördern die Bildung solcher kurzkettigen Fettsäuren. Dazu zählen beispielsweise Nahrungsmittel wie Pastinaken, Topinambur, Chicorée, Vollwertgetreide oder abgekühlte Kartoffeln. Auch die Fütterung von Milchprodukten wie Kefir oder Naturjoghurt, die Milchsäurebakterien enthalten, kann förderlich sein.

Der schon genannte Ingwer kann eine antientzündliche Ernährung ebenfalls sehr gut unterstützen. Man kann kleine Mengen Ingwer frisch und geraspelt zum Futter geben oder auch kurweise, z. B. auch in Form eines Snacks zufüttern.


Weitere Faktoren die Entzündungen fördern können:

Auch Übergewicht fördert Untersuchungen zufolge Entzündungen. Sehr viele Erkrankungen gehen mit Entzündungen einher und Übergewicht gilt auch beim Hund als einer der größten Risikofaktoren für sehr viele Erkrankungen. Dauerhafter Stress wirkt sich ebenfalls fördernd auf die Entzündungsbereitschaft des Körpers aus, was auf der vermehrten oder gar anhaltenden Ausschüttung der Stresshormone basiert. Auch Umweltbelastungen wie Luftverschmutzung, Toxine oder Pestizide in den Nahrungsmitteln oder Strahlenbelastung können sich fördernd auf entzündliche Prozesse im Körper auswirken.


Fazit

Entzündungen sind für die Immunabwehr wichtig, können aber durchaus auch schaden, wenn sie überschießen oder vermehrt/chronisch auftreten. Mit einer gesunden und ausgewogenen Fütterung, die einen entsprechend hohen Anteil an guten Fetten sowie pflanzlichen Nahrungsmitteln enthält, kann man die Entzündungsbereitschaft des Körpers über die Ernährung positiv beeinflussen. Auch andere Faktoren sollten berücksichtigt werden. Eine insgesamt gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung an der frischen Luft, Entspannung und Minimierung schädlicher Einflüsse kann auch beim Hund die Entzündungsbereitschaft des Körpers auf ein gesundes Maß reduzieren helfen.

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