Allergien bei Hunden

Allergien bei Hunden

Allergien scheinen heute auch bei unseren Hunden eine immer größere Rolle zu spielen. Die Symptome können dabei sehr vielfältig sein und nicht immer handelt es sich um echte Allergien.  Da eine Allergie nicht ganz einfach zu diagnostizieren ist, kann es leicht zu einer Verwechslung z. B. mit einer Unverträglichkeit kommen. Die Behandlung von Allergien erfolgt beim Hund in erster Linie symptomatisch, das heißt, es werden an erster Stelle die Symptome behandelt.


Was ist eine Allergie?

Eine Allergie, bzw. die allergische Reaktion stellt eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf einen an und für sich harmlosen Stoff dar. Das Immunsystem ordnet einen Stoff als Gefährdung ein und bekämpft ihn. Dabei kann es sich um Stoffe handeln, die in den Körper gelangen, wie z. B. Nahrungsmittel oder auch um Stoffe, die mit der Haut in Kontakt kommen.

Symptome von Allergien können u. a. sein:

  • Durchfall

  • Erbrechen

  • Blähungen

  • Juckreiz

  • Pusteln, Rötungen, Quaddeln, Ekzeme

  • Schwellungen

  • Tränende Augen


Welche Arten von Allergien gibt es und wie häufig kommen sie vor?

Allergien können sowohl durch Stoffe ausgelöst werden, die in den Körper gelangen als auch durch äußerliche Einflussfaktoren. Typischer Vertreter der ersten Variante ist die Futtermittelallergie. Äußerliche Einflüsse sind vor allem umweltbedingte Einflussfaktoren, die allergische Reaktionen hervorrufen. Darunter fallen z. B. die Floh- Grasmilben- oder Hausstaubmilbenallergie. Dein Hund kann aber auch auf Medikamente oder Stoffe, die im Spielzeug oder Körbchen enthalten sind, allergisch reagieren.

Die häufigsten Allergieformen sollen bei Hunden Untersuchungen zufolge Allergien auf Flohstiche und Umwelteinflüsse sein. Daran schließt sich die Futtermittelallergie an, welche jedoch auch mit Unverträglichkeiten verwechselt werden kann. Einer Studie von 2006 zufolge soll für etwa 10 % aller allergischen Hauterkrankungen bei Hunden eine Futtermittelallergie verantwortlich sein.


Wie unterscheidet sich eine Allergie von einer Unverträglichkeit?

Bei einer Allergie ist immer das Immunsystem involviert. Bei einer Unverträglichkeit oder auch Intoleranz können verschiedene Faktoren die Ursache für eine Reaktion sein wie z. B. falsche Fütterung, verdorbene oder verunreinigte Nahrungsmittel, andere Erkrankungen wie entzündliche Darmerkrankungen etc. Während eine Unverträglichkeit i. d. R. unmittelbar nach der Aufnahme des Stoffes auftritt, kann eine allergische Reaktion auch später erfolgen. In den meisten Fällen treten allergische Reaktionen innerhalb von 4 bis 24 Stunden auf. In der Praxis ist es oft schwer zu unterscheiden, ob es sich um eine Allergie oder eine Intoleranz handelt.


Wie finde ich heraus, ob mein Hund eine Allergie hat?

Eine Allergie geht mit wiederkehrenden Symptomen einher. Der Körper reagiert auf jeden Kontakt mit dem Allergen, dabei kommt es auch nicht auf die Dosis an. Hat der Hund beispielsweise eine Allergie auf Rindfleisch entwickelt, reagiert er auf jedes Futter, das Anteile vom Rind enthält. Das ist z. B. anders als bei einer Laktoseintoleranz, bei der die Reaktion erst ab einer bestimmten Menge entsteht.

Wie für den Menschen gibt es auch für Hunde bestimmte Testverfahren wie einen Bluttest oder auch Hauttest zur Allergiediagnostik. Allerdings sind diese Tests nicht zu 100 % zuverlässig und können lediglich eine Indikation geben. Nur wenn das Ergebnis auf eine Komponente negativ ist, gilt das als zweifelsfrei bewiesen. Daher stellt die Ausschlussdiät nach wie vor die zuverlässigste Testmethode für eine Allergie auf Futtermittel dar. Ob Dein Hund an einer Futtermittelallergie leidet, findest Du also am besten durch eine Kombination von Beobachtung, Allergietest und Ausschlussdiät heraus.


Was ist eine Ausschlussdiät?

Bei der Ausschlussdiät musst Du die Komponenten ermitteln, welche das Immunsystem Deines Hundes als Allergene einstuft. Hierfür können die Bluttests neben der bisherigen Fütterung zumindest eine Indikation geben. Bei der Ausschlussdiät fütterst Du Deinen Hund zunächst über mehrere Wochen mit einer Proteinquelle, die er vorher noch nie gefressen hat. Dafür kannst Du als Beispiel auf unüblichere Fleischsorten zurückgreifen wie Schaf oder Strauß. Nach einigen Wochen, in denen Dein Hund symptomfrei geblieben ist, kannst Du schrittweise weitere Futterkomponenten einführen und deren Reaktion auf den Organismus Deines Hundes prüfen. Neue Komponenten darfst Du jedoch immer erst dann testen, wenn die Reaktionen auf andere vollständig abgeklungen sind. Auf diesem Weg kannst Du alle Futtermittel ermitteln und ausschließen, auf die Dein Hund eine allergische Reaktion zeigt. Es ist wichtig, dass Du Deinen Hund während der ersten etwa 6 bis 8 Wochen mit keiner weiteren Proteinquelle fütterst (unbedingt auch auf Snacks achten!!). Nur so kann es zu einer Beruhigung der allergischen Symptome Deines Hundes kommen!

Wie lange diese Ausschlussdiät durchgeführt werden muss, hängt auch von den jeweiligen Symptomen ab. Symptome, welche sich über die Haut zeigen, wie z. B. Juckreiz oder Pusteln, benötigen deutlich länger bis sie sich beruhigen als Symptome, die sich über den Verdauungstrakt zeigen. Ein wichtiger Bestandteil der Ausschlussdiät ist auch, dass Du ein Fütterungstagebuch führst. Darin werden zum einen die Komponenten festgehalten, welche gefüttert wurden, zum anderen bekommst Du einen guten Überblick über die verschiedenen ausgelösten Symptome.

Ob das Immunsystem tatsächlich beteiligt ist, lässt sich bei einer Ausschlussdiät nicht einwandfrei feststellen. In der Praxis ist dieser Umstand aber vernachlässigbar. Der therapeutische Ansatz ist für beide Varianten der gleiche: Die Futtermittel, welche die Reaktionen verursachen, werden zukünftig gemieden.


Wie entsteht eine Allergie bzw. wodurch wird sie ausgelöst?

Eine Futtermittelallergie entsteht in der Regel auf Proteine in den Nahrungsmitteln. Das Immunsystem stuft eigentlich harmlose Stoffe fälschlicherweise als Gefahr ein und bekämpft diese. Dabei handelt es sich meist um Nahrungsproteine, welche nicht ausreichend verdaut über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen konnten. Ein Grund hierfür kann eine nicht mehr intakte Darmschleimhaut sein, welche z. B. durch chronische Entzündungen im Verdauungstrakt oder eine Fehlversorgung der Darmschleimhaut mit wichtigen Nährstoffen verursacht wurde.

Bei einigen Hunderassen kann möglicherweise auch eine genetische Prädisposition für Allergien vorliegen. Das heißt, diese Rassen neigen eher dazu, Allergien zu entwickeln. Unter anderem soll das für Labradore, Golden Retriever, Schäferhunde, einige Terrier-Rassen, Bulldoggen oder Chihuahuas gelten.


Wie kann man eine Allergie behandeln?

Wie eine Allergie behandelt wird, hängt natürlich von der jeweiligen Allergie und den Symptomen ab. Der wichtigste therapeutische Ansatz ist zunächst einmal, das Allergen zu meiden. Handelt es sich um eine Futtermittelallergie, wird das Nahrungsprotein, welches durch die Ausschlussdiät ermittelt wurde, in Zukunft nicht mehr gefüttert. Geht es um eine Flohstichallergie, muss der Hund vermehrt vor Flöhen geschützt werden. Bei manchen Allergenen ist es jedoch kaum möglich, diese zu meiden. Grasmilben kann man zum Beispiel nur schwer meiden, der Hund kann überall in der Natur mit ihnen in Kontakt kommen. Hier können Medikamente eingesetzt werden, die den Hund von seinen Symptomen wie Juckreiz in Verbindung mit Pusteln, Quaddeln oder gar Ekzemen befreien. Mehr dazu, welche Medikamente eingesetzt werden können, kannst Du von deinem Tierarzt erfahren.

Das Entzündungsgeschehen bildet wie schon beschrieben eine Abwehrreaktion auf einen fremden, “gefährlichen” Stoff. Im Falle der allergischen Reaktion gibt es aber keinen gefährlichen Stoff, den es zu eliminieren gilt. Die Entzündungsreaktion ist daher überflüssig und sollte möglichst gehemmt werden. Hierbei können beispielsweise hochdosierte Omega-3-Fettsäuren mit ihrer entzündungshemmenden Wirkung unterstützen.


Welche Rolle spielt die Ernährung bei Allergien?

Vor allem bei der Futtermittelallergie spielt die Ernährung eine große Rolle. Ein entscheidender Faktor bei der Entstehung der Futtermittelallergie ist die Darmgesundheit. Ein gesunder Darm unterstützt und fördert eine gesunde Darmschleimhaut, welche eine entscheidende Rolle bei der Allergieentwicklung spielt. Die Ernährung sollte die Darmgesundheit also aktiv unterstützen. Achte daher auf ein ausgewogenes Verhältnis von Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen im Futter.

Eine besondere Rolle spielen die Ballaststoffe, die in den Kohlenhydraten enthalten sind. Sie bilden wichtige Nährstoffe für gute Bakterien im Darm, die die Gesundheit der Darmschleimhaut unterstützen und auch die Vermehrung von Bakterien, die Entzündungen verursachen, hemmen. Hohe Anteile an Ballaststoffen sind beispielsweise enthalten in Vollkorngetreide (Flocken, Nudeln, Getreidebreie, Reis, Brot) Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und geringere Mengen in Gemüse und Obst.

Wie oben schon erwähnt, kann die gezielte Gabe von entzündungshemmenden Nährstoffen hilfreich sein. Neben den genannten Omega-3-Fettsäuren eignet sich dazu auch Ingwer sehr gut. Ingwer enthält die Stoffe Gingerol, Shogaol und Paradol, welche eine entzündungshemmende Wirkung haben. Untersuchungen zufolge können z. B. Prostaglandine, die eine Rolle bei Allergien spielen, durch Ingwer gehemmt werden. Auch Kurkuma, der auch asiatischer gelber Ingwer genannt wird, ist ebenfalls für seine entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt und unterstützt das Immunsystem.

Ebenfalls sehr wichtig für die Darmgesundheit ist die Versorgung mit Vitamin D, denn ein Mangel kann eine Dysbakterie begünstigen. Da die meisten Nahrungsmittel nicht ausreichend Vitamin D enthalten, ist die zusätzliche Gabe sinnvoll. 

Nicht zu vergessen sind die Snacks, die Dein Hund zwischendurch bekommt. Auch hier musst Du darauf achten, dass diese möglichst keine Allergene enthalten. Ein genauer Blick auf die Zutatenliste ist daher Pflicht. Da Allergene oft tierische Nahrungsproteine darstellen, kann es hilfreich sein, auf vegane Snacks zurückzugreifen.


Kann man Allergien vorbeugen?

Wie Du jetzt weißt, spielt die Darmgesundheit eine große Rolle bei der Entwicklung und Entstehung von Allergien. Du solltest den Darm Deines Hundes daher immer gut pflegen. Das kannst Du tun, indem Du auf eine gesunde und ausgewogene Fütterung achtest, für ausreichend Ballaststoffe im Futter sorgst, Deinem Hund nur Medikamente gibst, wenn es unbedingt nötig ist und auch Stress möglichst vermeidest. 

Risikofaktoren für Allergien sind:

  • Falsche Ernährung

  • Häufige Medikamentengaben wie z. B. Antibiotika

  • Krankmachende Bakterien, Pilze, Viren etc.

  • Umweltgifte

  • Stress

  • Erkrankungen z. B. von Leber oder Bauchspeicheldrüse

  • Genetische Dispositionen (z. B. bei einigen Terrier-Rassen, Labradoren, Schäferhunden oder auch Bulldoggen)

Auch die zusätzliche Fütterung von das Immunsystem unterstützenden Nährstoffen, wie sie weiter oben schon genannt wurden, kann eine vorbeugende Wirkung haben. Achte auch darauf, die Proteinversorgung Deines Hundes nicht zu übertreiben, damit sich z. B. Bakterien wie Clostridien nicht unnötig vermehren. Clostridien fördern Entzündungen und vermehren sich, wenn man entweder zu viele tierische Proteine füttert oder auch, wenn es sich um einen hohen Anteil schwer verdaulicher Proteine handelt (z.B. Schlachtabfälle). Oft kommt die Überversorgung mit Proteinen auch dadurch zustande, dass Hundehalter zusätzlich zum normalen Futter sehr fleischreiche Snacks füttern. Diese Art der Überversorgung kannst Du reduzieren, indem Du hin und wieder auf vegetarische oder vegane Snacks zurückgreifst.

Um zu vermeiden, dass Dein Hund an einer Allergie erkrankt, kannst Du also einiges tun. Sollte Dein Hund trotzdem Symptome entwickeln, die auf eine Allergie hindeuten können, ist es ratsam, frühzeitig den Tierarzt zu konsultieren. Denn, je früher eine Allergie diagnostiziert wird, desto besser kann sie über die Fütterung etc. behandelt werden. 

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